Der Einheitsdichtigkeitsmesser ist ein sehr seltenes Messinstrument der Reichswehr und Wehrmacht.

Aber was ist der Einheitsdichtigkeitsmesser überhaupt?

Vorweg: Mit U-Booten oder der Kühlerflüssigkeit eines KFZ hat es effektiv nicht viel zu tun. Und doch ranken hierum viele Gerüchte!

Einheitsdichtigkeitsmesser der Wehrmacht 

Bei dem Einheitsdichtigkeitsmesser handelt es sich um einen sogenannten Aräometer. Bei einem Aräometer handelt es sich um ein Messgerät zur Bestimmung der Dichte einer Flüssigkeit. 

 

Aufbau:

Schauen wir uns das Messgerät des Einheitsdichtigkeitsmesser einmal genauer an:

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Thermometer und es beinhaltet sogar eine Temperaturskala (mit Quecksilber). Die Temperaturskala ist jedoch nur einer von drei wichtigen Teilen des Aräometers.

Temperaturskala des Einheitsdichtigkeitsmessers

In einem kugelähnlichen Abschluss befindet sich Bleischrot, welches als Gewicht dient. Wozu ein Gewicht?

Ganz einfach: Die zu testende Flüssigkeit wird zuerst in das Reagenzglas gefüllt, welches im Einheitsdichtigkeitsmesser beiliegt. Zum Messen der Dichte wird das Aräometer dann senkrecht in diese Flüssigkeit eingetaucht. Ohne das Bleigewicht würde es nicht untergehen und ein Messergebnis könnte nicht zustande kommen.

Je nachdem, für was ein Aräometer genutzt wird, werden unterschiedliche Gewichte genutzt. Der Einheitsdichtigkeitsmesser hat jedoch stets das gleiche Gewicht!

Über der Celsiusskala befindet sich eine weitere Skala, welche gleichsam auch die Wichtigste ist: Die sogenannte Gewichtsskala. Diese Gewichtsskala gibt die Dichte in Gramm pro Kubikzentimeter (g/cm³) an. Die Skala des Einheitsdichtemessers reicht von 1,060 g/cm³ bis 1,250 g/cm³.

Gewichtsskala des Einheitsdichtigkeitsmessers

Um ein bestmöglich genaues Messergebnis zu bekommen, musste die Flüssigkeitstemperatur ca. 20 Grad betragen. Im zivilen Bereich gibt es auch Aräometer, welche auf 4 Grad Celsius geeicht sind.

Je nach Temperaturunterschied konnte durch die Temperaturanzeige das Messergebnis korrigiert werden, sofern die 20 Grad nicht vorlagen.

Auf der Gewichtsskala befindet sich zwischen 1,164 und 1,169 eine blaue Markierung. Zwischen 1,221 und 1,230 dagegen befindet sich eine rote Markierung. 

Aufbau des Einheitsdichtigkeitsmesser

 

Wie wurde der Einheitsdichtigkeitsmesser genutzt?

In dem Beitrag Stomquellen für Funkgeräte der Wehrmacht haben wir bereits davon berichtet, dass bei der Wehrmacht in der Regel Bleisammler und Nickelsammler als Akkumulatoren verwendet wurden. In Bleisammlern wurde verdünnte Schwefelsäure eingefüllt und in Nickelsammlern war es verdünnte Kalilauge.

Man konnte (und kann) mit dem Einheitsdichtigkeitsmesser den Ladezustand des Akkus (Sammler) bei einer neuen Aufbereitung und während des Gebrauchs messen. Hierbei darf man jedoch den Ladezustand nicht mit der Spannung verwechseln, die der Akkumulator liefert. Die Spannung bleibt gleich, bis der Ladezustand ca. die 15% Grenze erreicht.

Der Messvorgang:

Zum Messen wurde die verdünnte Säure in das Reagenzglas gefüllt.

Bei Bedarf wurde ein Teststreifen eingeführt um zu ermitteln ob das Mischverhältnis korrekt war.

Nun wurde der Einheitsdichtigkeitsmesser in die Flüssigkeit eingeführt. Durch das Bleigewicht ging er unter. Ein Teil der Gewichtsskala bleibt jedoch über dem Flüssigkeitsrand. Hier wurde der entsprechende Wert abgemessen. Befand sich dieser Wert etwa im Bereich der blauen Linie, so war ein Ladezustand von mindestens 80% erreicht. Befand er sich dagegen im Bereich der roten Markierung oder sogar hierunter, war der Ladezustand höchstens noch bei 20% und somit kritisch.

Um auf das korrekte Messergebnis zu kommen musste noch die Temperatur der Flüssigkeit abgelesen werden und somit konnten Abweichungen errechnet und berücksichtigt werden. (Die Formel hierzu sparen wir uns. Man findet sie jedoch im Internet)

PH Messstreifen des Einheitsdichtigkeitsmessers 

Die Wichtigkeit von funktionierenden Akkumulatoren im damaligen Heeres- und Luftwaffennachrichtendienst ist nicht zu verachten! Die Funktion eines Akkus konnte letzten Endes kampfentscheidend sein, auch wenn sich dies sehr dramatisch anhört.

 

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