Jeder Soldat der Wehrmacht kam in seiner Ausbildung oder spätestens während des zweiten Weltkrieges in Berührung mit diesem tollen Gerät:
Der Feldfernsprecher 33, abgekürzt FF 33. Er wurde 1933 als direkter Nachfolger des Armeefernsprechers 26 eingeführt. Produziert wurde er bis 1945, also den gesamten zweiten Weltkrieg hindurch.
Kaum ein Feldfernsprecher der Welt wurde häufiger produziert als der Feldfernsprecher 33! Er zeichnete sich durch Robustheit, eine einfach wartbare Technik und vor allem durch seine Zuverlässigkeit aus.

Feldfernsprecher 33 mit Trageriemen

Feldfernsprecher 33
 

Komponenten des Feldfernsprecher 33

Schauen wir uns den Feldfernsprecher 33 erstmal genauer an. Er bestand aus folgenden Hauptbestandteilen:

  • Bakelitgehäuse
  • Apparateinsatz
    • Dieser befand sich innerhalb des Bakelitgehäuses. In diesem Einsatz war die gesamte Schaltung untergebracht. Sie wird im fortlaufenden Text noch genauer behandelt.
  • Elementbecher
    • Zur Unterbringung des Feldelements (Batterie)
  • Feldhandapparat 33 - Der Hörer
  • Induktorkurbel
  • Vermittlungsschnur
  • Trageriemen

Aufbau Feldfernsprecher 33 außen
 

Das Gehäuse

Das Gehäuse wurde aus einem Isolierpressstoff gefertigt. Diesen Pressstoff kennt man als Bakelit. Bakelit zeichnet sich durch gute Stoß- und Isoliereigenschaften, sowie durch seine Robustheit aus.
Das Gehäuse besteht aus dem Einsatzgehäuse und dem Deckel. Dieser Deckel ist durch ein Scharniersystem an der Rückseite befestigt und wird durch ein Schnappschloss an der Vorderseite geschlossen.

An der Vorder- und Rückseite des Gehäuses befindet sich je ein durchbrochenes Abdeckblech für den Wecker. Diese Schallöffnungen ermöglichen die Hörbarkeit und den Schutz des Weckers, welcher im Geräteeinsatz innerhalb des Gehäuses untergebracht ist.
An der Vorderseite ist außerdem ein Schließblech angebracht. Die Schließbleche am Feldfernsprecher 33 können zur Seite geschoben werden, sofern man die entsprechende Öffnung freilegen möchte.

Schließblech für die Vermittlungsklinken und Schutzblech für den Wecker
Schließblech für die Vermittlungsklinken und Schutzblech für den Wecker

Das Schließblech an der Vorderseite verdeckt die Buchsen für die Vermittlungsschnur, die sogenannten Anschlussklinken. Ein weiteres Schließblech befindet sich an der rechten Seite, welches die Buchse für die Induktorkurbel verdeckt. Durch diese Schließbleche werden die Buchsen des Feldfernsprechers 33 vor Verschmutzung und Nässe geschützt.
An beiden Seiten des Gehäuses befinden sich außerdem zwei Beschlagteile mit Ösen in welche der Trageriemen eingehakt und fixiert werden kann.

Auf der Oberseite des Deckels befindet sich auf der rechten Seite eine Buchstabiertafel, auf der linken Seite eine Schreibtafel. Die Schreibtafel durfte mit Bleistift beschrieben werden und diente zur Kenntlichmachung der Verbindung bei fixer Installation.
Diese Tafel gab es in zwei Versionen: Komplett weiß oder aber weiß mit einem grünen Querstrich. Die Schreibplatten mit grünem Querstrich kennzeichneten den "Feldfernsprecher 33 neuer Art" (FF33 n.A.) und sind wesentlich häufiger anzutreffen. Die weißen Schreibtafeln kennzeichneten den Feldfernsprecher somit logischerweise als "Feldfernsprecher 33 alter Art" (FF33 a.A.).
Was es hiermit auf sich hat wird noch im folgenden Text genau beschrieben.

Schreibtafel eines Feldfernsprecher a.A. (unten) und eines Feldfernsprechers n.A. (oben)
Buchstabiertafel in der sehr frühen Version (links) und in der bekanntesten Form (rechts)

Auf der Innenseite des Deckels sind parallel zu den beiden beschriebenen Tafeln auf der Oberseite links der Stromlaufplan und rechts der Bauschaltplan angebracht. Mittig befindet sich eine Blattfeder, welche den Handapparat bei geschlossenem Deckel fest andrückt.

Häufig befindet sich auch eine Abnahme im Deckel
Stromlaufplan
Bauschaltplan

 

Der Apparateinsatz

Der Apparateinsatz wird durch Lösen der zwei rot umrandeten Schrauben herausgenommen. Allgemein kann man sich merken, dass rot umrandete Schrauben auf deutschem Militärgerät Schrauben kennzeichnen, welche zur Demontage gelöst werden müssen.

 

Der Apparateeinsatz besteht aus folgenden Bauteilen:

  • Leichtmetallrahmen
  • Zwei Schutzbleche
  • Deckel des Elementbechers
  • Elementbecher
  • Anschlusssockel
  • Schraubklemmen für La und Lb/E
  • Fünfteiliger Buchsenstreifen (Für Handapparat)
  • Zweiteiliger Buchsenstreifen (Für Zusatzkopfhörer)
  • Prüftaste
  • Sprechspule
  • Induktor
  • Kondensatoren
  • Wechselstromwecker

Der gesamte Rahmen besteht aus Leichtmetall und ebenso die beiden seitlich angebrachten Schutzbleche. Beide Schutzbleche werden durch eine Stahlklammer gehalten, welche durch Bördelungen an den Schutzblechen fixiert ist. Wenn diese Stahlklammer gedreht wird, können beide Schutzbleche abgenommen werden.
An beiden Schutzblechen befinden sich Schallöcher für den Wecker. Diese sind mit einem feinmaschigen Drahtnetz bezogen, wodurch kein Schmutz in das Innere eindringen kann.
Durch die Schutzbleche kann man von einem "Kasten im Kasten" sprechen, was vor allem zum Schutz der in den Rahmen eingebauten Einzelteile diente.

Wichtig: Bei späteren Modellen kann es sein, dass die Abdeckbleche aus Einsparungsgründen einfach weggelassen wurden! Hier findet sich natürlich auch keine Feder zum Fixieren der Abdeckbleche.

Die Schutzbleche verdecken nicht den Elementbecher. Das müssen sie auch nicht, da der Elementbecher komplett aus Bakelit besteht und vollkommen wasserabweisend ist. Das Feldelement, also die Batterie des Feldfernsprechers passt exakt in den Elementbecher und wird durch einen Deckel geschützt.
Es gibt jedoch noch einen anderen Grund, weshalb der Elementbecher aus Pressstoff gefertigt wurde! 
Falls Elektrolyt auslaufen sollte, wird die Technik nämlich nicht angegriffen. Das Elektrolyt bleibt in diesem Fall einfach im Elementbecher.
Der Elementbecher ist aus diesem Grund auch nicht direkt am Rahmen fixiert, sondern abnehmbar! So konnte man ihn nämlich sehr leicht reinigen. Bei manchen Feldfernsprechern anderer Nationen fand dieses wichtige Problem übrigens keinerlei Beachtung.
Fixiert wird der Elementbecher durch zwei Aussparungen am Deckel, welcher wiederum durch zwei Klemmschrauben am Rahmen fixiert ist. Über dem Deckelscharnier sitzen die Klemmschrauben auf einer Isolierplatte. An diese Klemmen werden die Pole des Feldelements angeschlossen.

Viele Sammler, welche einen Feldfernsprecher 33 besitzen versuchen erst einmal den Elementbecher zu entfernen, indem sie die Schrauben des Deckels vom Elementbecher lösen. Dies ist in der Tat möglich, jedoch vollkommen überflüssig! Da die Isolierplatte und das Deckelscharnier über den Becher herausragen ist dieser Gedankengang durchaus nachzuvollziehen. Wenn man sich jedoch den Rahmen einmal genauer ansieht, wird man feststellen, dass dieser zwischen Bauteilekasten und Elementbecher einen kleinen Knick aufweist.
Das war natürlich kein Konstruktionsfehler, sondern ermöglicht das einfache Herausnehmen des Elementbechers.
In den originalen Beschreibungen wird es wie folgt erläutert:
"Der Apparateinsatz wird so auf eine Unterlage (z.B. Tischplatte) gestellt, dass der Teil des Kastenbodens, der den Elementbecher trägt, über die Tischkante hinausragt. Dann drückt man mit der flachen Hand von oben fest auf die Kanten des Elementbechers, so daß der Kastenboden federnd nachgibt. Nun kann der Elementbecher nach außen geschoben werden."
Zum Wiedereinsetzen heißt es:
"Beim Einsetzen wird zunächst die innere Oberkante des Elementbechers schräg unter die Isolierplatte geschoben. Dann drückt man mit dem Handballen von außen gegen den unteren Teil der Becherwand, bis der Elementbecher unter federndem Nachgeben des Kastenbodens mit hörbarem Knacken in seinen Sitz einspringt."

 

Der Anschlusssockel

Der Anschlusssockel befindet sich auf der Oberseite des Apparateinsatzes. Die Grundplatte dieses Anschlusssockels besteht aus Isolierpresstoff, also ebenfalls aus Bakelit.
An dem Anschlussockel befinden sich die beiden Leitungsklemmen La und Lb/E. Hier wird die Anschlussleitung angeschlossen. Mehr zu der Bedeutung von La und Lb/E gibt es hier zu lesen: Betriebsarten von Feldtelefonen und Fernsprechern

Die Klemmen bestehen aus den Klemmschraubsockeln und den Klemmschrauben. Diese bestehen aus Zink, Messing oder auch Bakelit mit innen liegendem Metallröhrchen. Der Grund hierfür liegt wieder in dem vermehrten Materialmangel gegen Ende des Krieges.
Das Kabel wurde durch ein im Klemmschraubsockel gebohrtes Loch geschoben und dann mit der Klemmschraube fixiert. Natürlich war es auch möglich den Draht nur durch schnelles Anwinden zu fixieren.
Damit sich keine überstehenden Drahtenden berühren können, sind zwischen und neben den Klemmen Isolierrippen angebracht, welche bereits fest in der Pressstofform vorgeformt sind. So wird ein Leitungskurzschluss auf einfache Art verhindert.
Der Handapparat wird in den Anschlusssockel eingesteckt. Hierfür befindet sich an der zum Deckel gekehrten Seite ein 5-Poliger Buchsenstreifen. Außerdem befindet sich zur Aufnahmeseite der Sprechmuschel noch ein zweipoliger Buchsenstreifen zum Einstecken des Kopffernhörersteckers. Dieser ist vielen besser bekannt als "Zusatzkopfhörer", wobei die Bezeichnung Kopffernhörer in allen gängigen Dienstanweisungen zu finden ist.

Der Anschlusssockel enthält außerdem noch einen weißen Druckknopf. Dieser Druckknopf ist die Prüftaste, welche zum Prüfen des Feldfernsprechers benötigt wird.

Was viele immer wieder fragen ist, was der eingedrehte Stift neben der Prüftaste zu bedeuten hat. Tatsächlich handelt es sich hierbei lediglich um einen Sicherungsstift. Er ist grün markiert und verhindert, dass der Stecker des Handapparates falsch herum eingesetzt wird. Das ist tatsächlich bereits die einzige Funktion, welche dieser Stift hat.
Direkt neben dem Anschlusssockel befindet sich eine kreisrunde, ca. 2cm tiefe Vertiefung, in welche die Induktorkurbel, sofern sie nicht genutzt wird, eingesteckt wird. Ein aufgenietetes Blech daneben sorgt dafür, dass die Kurbel nicht verrutschen kann. Bei späteren Modellen wurde kein Blech mehr aufgenietet, sondern man hatte aus Gründen der Materialknappheit einfach in den Rahmen geschnitten und dann das Metall des Rahmens entsprechend gebogen.

 

Die technischen Bauteile

Schauen wir uns nun die technischen Bauteile an. Wie wir bereits wissen, befinden sich alle technischen Bauteile gut geschützt im Apparateeinsatz.
Auf der Grundplatte sitzen hier der Induktor und der Wechselstromwecker. Wie genau der Induktor funktioniert kann man in folgendem Beitrag nachlesen:
Der Kurbelinduktor des Feldfernsprecher 33

Innenleben eines späten Feldfernsprecher 33

Zwischen den beiden Glockenschalen befinden sich zwei Kondensatoren von je 1 Mikrofarad.
In diversen Dienstvorschriften heißt es ergänzend:
"Die Ankerwicklung des Induktors hat einen Widerstand von 400 Ohm und 4600 Windungen aus 0,18mm starkem CuL (Kupfer-Lack)-Draht. Die beiden Weckerwicklungen haben je 1250 Ohm Widerstand und 14000 Windungenaus 0,10mm starkem CuL (Kupfer-Lack)-Draht."

Der Wecker mit den beiden Kondensatoren

Direkt oberhalb des Induktors befindet sich die sogenannte Sprechspule. Aber was ist denn diese Sprechspule eigentlich?
Zuerst muss man wissen, dass die Sprechspule ein induktives Bauteil ist. Der korrekte Name ist auch eigentlich nicht Sprechspule, sondern Induktionsspule.

Klein und unscheinbar: Die Sprechspule

Die Grundaufgabe der Sprechspule besteht darin, den modulierten Gleichstrom der Mikrofonschaltung in Wechselstrom für den Fernhörer umzuwandeln.
In der Schaltung des Feldfernsprecher 33 übernimmt die Sprechspule jedoch noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie verhindert, dass Fremdgeräusche im eigenen Fernhörer hörbar sind und daher eine gute Kommunikation unmöglich machen. Ob direkt an der Front oder bei den rückwärtigen Diensten. Laut war es hier meist immer und gleichzeitig war natürlich die Qualität des Gesprächs sehr wichtig. Störungen im Betrieb durch Fremdgeräusche hätten fatal sein können. Oder denken wir nur an den Fall von Artilleriebeschuss. Der Fernsprechbetrieb musste einwandfrei laufen und die Qualität musste gesichert sein!
Also: Durch die Sprechspule im Feldfernsprecher 33 wurden Fremdgeräusche verhindert!
Technisch war das Ziel, dass alle auf das Mikrofon treffenden Geräusche im eigenen Hörer nur extrem Leise hörbar waren und dass die Sprache gut hörbar am Hörer der Gegenstelle ankam.
Erreicht wurde dies durch eine sogenannte Dämpfungsschaltung, welche folgend abgebildet ist:

Die Funktion wird gut in den Dienstvorschriften und Schulungsunterlagen erläutert, daher zitiere ich hier direkt aus Schulungsunterlagen:
"Die Sprechspule hat vier Wicklungen:
Wicklung 1 hat 3,6 Ohm Widerstand und 370 Windungen. Sie liegt als Primärwicklung im Mikrofonstromkreis. Wicklung 2 mit 30 Ohm Widerstand und 1600 Windungen und Wicklung 3 mit 108 Ohm Widerstand und 800 Windungen sind Sekundärwicklungen.
Wicklung 4 ist eine bisilare Widerstandswicklung von 300 Ohm, die aus Fertigungsgründen mit auf den Spulenkörper der Sprechspule aufgewickelt ist.
Die Schaltung stellt eine Wheatstonsche Brücke dar, deren Zweig 1 von Wicklung 2 der Sprechspule und dem Leitungswiderstand gebildet wird, während die Wicklungen 3 und 4 der Sprechspule den Zweig 2 Bilden.
Wird nun bei geschlossener Sprechtaste das Mikrofon besprochen, so induziert die Wicklung 1 auf die Wicklungen 2 und 3 in gleicher Weise.
Da aber die Wicklungszahl der Windung 2 doppelt so groß ist wie die der Wicklung 3, ist auch die in 2 induzierte Wechselspannung doppelt so groß wie die in 3.
Bei einem Leitungswiderstand von ca. 800 Ohm, der etwa den üblichen, normalen Verhältnissen entspricht, ist dann aber auch der Widerstand des Brückenzweiges 1 doppelt so groß wie der des Zweiges 2.
Es verhalten sich die Spannungsabfälle an den Widerständen der Brückenzweige wie die Widerstände und damit auch wie die in den Spulen 2 und 3 erzeugten Spannungen.
Also liegt der Fernhörer zwischen Punkten gleicher Spannung, sodaß er stromlos bleibt. Im Fernhörer ist nichts zu hören.
Wird dagegen von der Gegenstelle gesprochen, so liegt die Sprechspannung zwischen den Klemmen La und Lb/E.
Diese Spannung erzeugt im Fernhörer einen viel höheren Strom als in den parallel dazu liegenden Wicklungen 3 und 4, da diese einen höheren Widerstand haben. Die von der Gegenseite kommende Sprache ist also im Fernhörer laut hörbar.
Weicht der Leitungswiderstand von dem Normalwert von 800 Ohm ab, ist er größer oder kleiner, dann ist natürlich der Spannungsausgleich am Fernhörer nicht vollkommen und die eigene Sprache bleibt noch mehr oder weniger laut hörbar.

Die Aufteilung der dem Fernhörer vorgeschalteten Kapazität von 0,5 Mikrofarad in zwei hintereinander geschaltete Kondensatoren von je 1 Mikrofarad dient der besseren Anpassung der Sprechstelle an die Leitung."

 

Der Feldhandapparat

Der Feldhandapparat war im Grunde genommen ein typischer Hörer, wie man ihn auch heute noch kennt. Aber man kann einen Telefonhörer natürlich noch genauer beschreiben, was ich dem Leser an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte. Die genaue Dienstbeschreibung beschrieb den Hörer nämlich wie folgt:
"Der Feldhandapparat enthält Fernhörer- und Mikrofongehäuse an einem gemeinsamen Handgriff..."

An diesem Handgriff befindet sich eine Taste, die sogenannte Sprechtaste. Die Sprechtaste ist eine schmale Platte, welche auf einem Federsatz mit unterlegtem Arbeitskontakt anliegt. Wenn Sie eingedrückt wurde, konnte gesprochen werden, da das Mikrofon mit Strom versorgt wurde.

Die Sprechtaste ist umrandet mit einem Rahmen, welcher drei Noppen besitzt. Diese Noppen dienten zum Auflegen des Feldhandapparates auf den Gehäusedeckel.
Um den Apparateeinsatz vor Nässe und Schmutz zu schützen, wurde der Feldfernsprecher 33 nach Installation zugeklappt. Das Kabel des Feldhandapparates sowie die ein- und ausgehenden Leitungen konnten hierfür seitlich herausgeführt werden. Genau hierzu waren seitlich die Gummiauflagen am Rand des Feldfernsprechers an Gehäuse und Deckel angebracht.

Wenn nun die Noppen nicht vorhanden wären, würde die Sprechtaste beim Auflegen auf den Deckel eingedrückt werden und der Sprechkreis wäre geschlossen.
Aber warum konnte man den Feldhandapparat nicht einfach daneben legen?
Sehr häufig wurden mehrere Feldfernsprecher nebeneinander betrieben um ein wirkliches Feldnetz zu haben. Man stelle sich einen vorgeschobenen Befehlsstand vor. Hier mussten mehrere Stellen mit dem Fernsprecher erreichbar sein und nicht immer konnte eine Feldvermittlung, wie z.B. der kleine Klappenschrank verwendet werden.
Damit übersichtlich blieb, welcher Handapparat zu welcher Endstelle gehörte mussten die Handapparate entsprechend auf den jeweiligen Feldfernsprecher gelegt werden. Diese Maßnahme diente also vor allem der Übersichtlichkeit und der Reaktionsgeschwindigkeit.
Um zu wissen, welcher Feldfernsprecher zu welcher Gegenstelle gehörte, konnte das Bezeichnungsfeld mit Bleistift beschrieben werden.

 

Zusammenfassend: Der Handapparat konnte auf dem Deckel abgelegt werden und dank der Noppen wurde der Sprechkreis nicht geschlossen.
Die Sprechtaste dient zur Einschaltung des Mikrofonspeisestromes und muss zum Sprechen gedrückt werden. Dies unterbricht nicht den Hörstromkreis! Wir erinnern uns: Hier kam die Sprechspule zum Einsatz. Zum reinen Hören musste die Taste losgelassen werden.

Die Apparatschnur ist vieradrig! (Ja genau: Vieradrig!) Und das obwohl der Stecker ursprünglich satte 5 Pole besaß. Aber vielen ist sicherlich bereits aufgefallen, dass einige Stecker der Feldfernhörers aus späten Herstellungsjahren (ab 1943) auch nur vier Pole besitzen. 

Auch das lag wieder an der immer wichtiger werdenden Materialeinsparung während des Krieges. Aus dem gleichen Grund wurden Stecker aus späterer Fertigung auch häufig aus Pressstoff gefertigt.
Die Wahrheit über den dritten, also den mittigen Pol ist, dass dieser lediglich als Ersatzpol diente und überhaupt nicht belegt war!
Im folgenden Video gehe ich detaillierter hierauf ein:

 

Die Belegung der Pole war wie folgt:
Stift 1 und 5 lagen auf dem Mikrofon auf.
Stift 2 und 4 lagen auf dem Hörer auf.

Stift 1 war der direkte Pol am Schnurausgang des Steckers. Von dort ab zählte die Polreihenfolge.
Auf vielen der beschriebenen Fünffachsteckern ist zusätzlich die Schaltung des Hörers graviert. Stecker ohne diese Schaltungsgravur gab es jedoch auch!

Der Stecker wurde in den fünfteiligen Buchsenstreifen auf dem Apparateinsatz eingesteckt.

Deutlich zu sehen: Der 3. Pol ist nicht belegt!

Um jetzt wirklich zu verstehen wie der Feldfernsprecher 33 funktionierte muss man nun die Gesamtschaltung betrachten.

Zuerst einmal müssen wir die Schaltung in drei Teile teilen:

  1. Rufstromkreis (Beginnend beim Induktor)
  2. Sprechstromkreis (Beginnend bei der sekundäen Wicklung der Sprechspule)
  3. Mikrofonstromkreis (Beginnend beim Feldelement)

Wie nun die Schaltungen funktionieren zeigt der folgende Auszug aus den Schulungsunterlagen der Luftnachrichtenschulen zum Thema Sprechstellen:

Abgehender Rufstromkreis
Beim Drehen der Induktorkurbel wird die Feder 3 des Umschaltfedersatzes von Feder 1 abgehoben und an Feder 2 angelegt. Der in der Induktorwicklung erzeugte Rufstrom fließt über:
Klemme La, Leitung zur Gegenstelle, Gegenstelle, Rückleitung oder Erde, Klemme Lb/E, Prüftaste, Kontaktfedern 2 und 3 zur Induktorwicklung zurück.
Der Wecker der Gegenstelle spricht an.

Ankommender Rufstrom
Der von der Gegenstelle ankommende Rufstrom fließt über:
Klemme La, Kontaktfeder 1 und 3, Wecker, Klemme Lb/E zur Gegenstelle zurück.
Der Wecker spricht an.

Abgehender Sprechstrom
Im Primärkreis fließt bei gedrückter Sprechtaste Gleichstrom:
Vom Element über Buchse und Stift 5, Mikrofon, Sprechtaste, Stift und Buchse 1, Wicklung 1 der Sprechspule und Element zurück.
Dieser Strom wird beim Besprechen des Mikrofons moduliert und induziert von Wicklung 1 aus einer Wechselspannung in Wicklung 2 und 3 der Sprechspule.

Im Sekundärkreis fließt daher Wechselstrom von Wicklung 2 über:
Die Federn 3 und 1 des Induktorfedersatzes, Klemme La, Gegenstelle, Klemme Lb/E, Kondensator C1 und Wicklung 4 zurück zur Wicklung 3 (wir erinnern und hier an die bereits angesprochene Dämpfungsschaltung).

Ankommender Sprechstrom fließt:
Von der Gegenstelle über die Leitung, Klemme La, Federn 1 und 3 des Induktorfedersatzes, Wicklung 2 der Sprechspule, Buchse und Stift 2, Fernhörer, Stift und Buchse 4, Kondensatoren C2 und C1, Klemme Lb/E und Leitung zur Gegenstelle zurück.
Im Fernhörer ist die Sprache hörbar.

 

Warum genau mussten die Soldaten nach Möglichkeit die Sprechtaste des Hörers loslassen um besser zu hören?

Sofern die Sprechtaste gedrückt ist, wird ein Teil der Sprechleistung von Wicklung 2 auf Wicklung 1 der Sprechspule induziert und somit im Mikrofonstromkreis verbraucht.
Das war an sich erstmal kein Problem, denn Hören konnte man trotzdem, aber durch den Leistungsverlust eben nicht mehr so gut. Im Feld oder sogar direkt an der Front war dieser Leistungsverlust natürlich sehr ungünstig für die klare Verständigung.
Daher galt in solchen Situationen eine möglichst aufmerksame Bedienung des Feldhandapparates. Die Sprechtaste sollte nach Möglichkeit losgelassen werden um die Gegenstelle bestmöglich zu hören.

 

Wo war die Vermittlungsschnur untergebracht?

Im Gegensatz zum Feldfernsprecher 33 sind Vermittlungsschnüre heute wesentlich seltener zu finden. Für viele liegt also nah, dass Vermittlungsschnüre nur unter besonderen Umständen mitgeführt wurden.
Dem ist aber nicht so! Neben dem Elementbecher befindet sich zur Deckelseite hin ein kleiner Freiraum. Hier wurde die Vermittlungsschnur eingerollt aufbewahrt.
Sie befand sich nicht in einer separat mitgeführten Tasche, wie häufig behauptet wird.

 

Wozu wurde die Vermittlungsschnur genutzt?

Frontal befinden sich am Feldfernsprecher zwei Anschlussklinken. Die Vermittlungsschnur konnte daher genutzt werden um meherere Feldfernsprecher miteinander zu verbinden und so im Notfall eine künstliche Vermittlung zu bewerkstelligen.
Hierzu wurde das eine Ende der Vermittlungsschnur in die Klinke des einen Feldfernsprechers und dann in die nächste Klinke des benachbarten Feldfernsprecher gesteckt. Theoretisch konnten so beliebig viele Feldfernsprecher miteinander gekoppelt werden.
Mehr zur Vermittlungsschnur kann man hier lesen: Vermittlungsschnur und Klinkenbuchse bei Reichswehr und Wehrmacht

 

Feldfernsprecher alter und neuer Art

Eine wichtige Frage steht noch immer im Raum: Worin unterscheiden sich der Feldfernsprecher alter und der Feldfernsprecher neuer Art?
Zunächst einmal muss betont werden, dass es rein optisch abgesehen von einer Kleinigkeit keinerlei Unterschiede gibt. Und diese Kleinigkeit ist die Markierung auf den Schreibplatten, worauf ich bereits eingegangen bin. Es hat also nichts mit der Lackierung oder einer anderen Anordnung von Teilen zu tun, wie man häufig hört.
Wir erinnern uns: Der einzige optische Unterschied besteht in der Markierung auf der Schreibplatte, also auf der weißen Platte am Gehäusedeckel. Denn der Feldfernsprecher neuer Art wurde durch einen grünen Strich auf dieser Platte kenntlich gemacht.
Ergo war die Schreibplatte des Feldfernsprecher 33 alter Art nicht markiert. Nur so können sie optisch voneinander unterschieden werden.
Aber kommen wir zum Technischen:
Der Unterschied zwischen dem Feldfernsprecher alter und neuer Art liegt in der Schaltung der Sprechspule!
Der Stromlauf des Feldfernsprechers neuer Art war identisch mit dem Stromlauf des Feldfernsprechers alter Art, aber die Wirkungsweise beim Sprechen und hören war eine Andere!

Einblick geben uns hier wieder die originalen Schulungsunterlagen:

"Wird bei gedrückter Sprechtaste das Mikrofon besprochen, so durchfließt der modulierte Gleichstrom die Wicklung 1 der Sprechspule.
Die Stromschwankungen induzieren in der Wicklung 3 eine hohe Wechselspannung, da Windung 3 die zehnfache Wicklungszahl der Wicklung 1 hat. Die beiden Wicklungen wirken dabei wie ein sogenannter Spartransformator.
Unter der Wirkung dieser Spannung fließt ein Sprechstrom über die Doppelleitungzur Gegenstelle. Die hierbei auch über die Wicklung 2 induzierte und somit am Fernhörer liegende Wechselspannung wird bei steigender Belastung, d.h. bei abnehmendem Leitungswiderstand, kleiner.
Da der Feldfernsprecher a.A. einen Wechselstromwiderstand von 4000 - 5000 Ohm hat, ist die Eigenlautstärke bei kurzer Leitung zwischen zwei Feldfernsprechern 33 a.A. groß (Widerstand ca. 4000 Ohm), bei langer Leitung dagegen ist der Wellenwiderstand mit ca. 800 Ohm wirksam, sodass die Eigenlautstärke abnimmt (schlechte Anpassung)

Der ankommende Sprechstrom durchfließt die Wicklungen 1 und 3, induziert von dort aus auf Wicklung 2 und wird im Fernhörer hörbar. Der hohe Wechselstromwiderstand der Wicklung 3 bewirkt, dass der Apparat nur eine schwache Leistung aus der Leitung aufnimmt. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, an mehreren parallel an der gleichen Leitung liegenden Apparaten gleichzeitig zu hören.
Andererseits ergibt sich allerdings infolge dieser Anordnung eine schlechte Verständigung bei größeren Leitungslängen."

Also in einem einfachen Satz: Durch die Schaltung der Sprechspule im Feldfernsprecher 33 a.A. gab es bei größeren Leitungslängen Verständigungsprobleme. Durch die Schaltung der Sprechspule im Feldfernsprecher 33 n.A. wurden diese Probleme gelöst, was auch der Grund dafür ist, dass der Feldfernsprecher 33 a.A. aus der Truppe ausgemustert oder nur noch im ortsfesten Betrieb eingesetzt wurde.

 

Stempel und Markierungen

Der Feldfernsprecher 33 hat in der Regel eine Herstellermarkierung auf dem Gehäusedeckel und auf dem Rahmen des Apparateeinsatzes. Auf dem Apparateeinsatz befindet sich außerdem noch das Produktionsjahr. Dieses wurde ab 1943 immer häufiger auf zwei Stellen verkürzt, also z.B. "44" statt "1944".

Der Stempel "Ark" steht für "Arktisch" und kennzeichnete den Feldfernsprecher als geeignet für arktische Klimaverhältnisse.

Im Gegenzug dazu kennzeichnete der Stempel "Trop", welcher für "Tropisch" stand, den Feldfernsprecher als geeignet für tropische Klimaverhältnisse.

Der entsprechende Eignungsstempel befindet sich fast immer neben dem Hersteller- und Jahreskürzel, also auf dem Apparateinsatz.

Abnahmestempel waren im Gehäusedeckel, im Gehäuse selbst, auf dem Anschlusssockel, auf dem Induktor und manchmal gestempelt auf dem Apparateinsatz zu finden.

Außerdem befanden sich noch weitere Herstellerstempel/- und stanzungen auf der Kurbel, auf dem Hörer und auch auf der Vermittlungsschnur.

 

Wie kann man den Feldfernsprecher 33 prüfen?

Selbstverständlich wurde jeder Feldfernsprecher vor der Nutzung auf Funktion geprüft! Die Soldaten hatten hierzu eine klaren Ablauf zur Funktionsprüfung. In folgendem Artikel gehe ich detailliert auf die Prüfung des Feldfernsprecher 33 ein:

Prüfen des Feldfernsprecher 33

 

Weitere interessante Links zum Thema:

Blitzschutzsatz (Blitzschutz Anschaltkasten) für den Feldfernsprecher 33

Zwischenstecker für das Parallelschaltgerät des Feldfernsprechers

Prüfen des Feldfernsprecher 33

Der Kurbelinduktor des Feldfernsprecher 33

Der kleine Klappenschrank zu 10 Leitungen

 

Bildergallerie 

 

 

Quellen

"Der Dienstuntericht im Heere - Ausgabe für den Nachrichtensoldaten" (verschiedene Ausgaben)

"Der Truppennachrichtendienst"

Schulungsunterlagen der Nachrichtenschule der Luftwaffe

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