Der Torn.E.b. ist ohne Zweifel einer der bekanntesten Empfänger des zweiten Weltkrieges. Und das zu Recht!

Soldat am Tornisterempfänger

Der mögliche Frequenzbereich von 96,6 kHz bis zu ganzen 7095 kHz war zu jener Zeit enorm und auch für fast alle Funkbereiche einsetzbar. Die einzelnen Frequenzen waren in 8 Teilbereiche gegliedert:

  1. 96,6 - 177,2 kHz
  2. 171 - 313,7 kHz
  3. 304 - 558,5 kHz
  4. 540 - 990 kHz
  5. 955 -1740 kHz
  6. 1674 - 3075 kHz
  7. 2920 - 4820 kHz
  8. 4360 - 7095 kHz

Diese 8 Teilbereiche waren durch einen Spulenrevolver (Trommel) stufenweise einstellbar.

Der Torn.E.b. war bestückt mit vier RV 2 P 800 Röhren. Sogenannte Störer konnten durch einen NF- Tonfilter ausgeblendet werden.

Als Stromquelle dienten Heizakkumulatoren oder Anodenbatterien. Der Empfänger Wechselrichter Berta wurde ab ca. 1940/ 41 eingeführt um auch Akkumulatoren nutzen zu können. Siehe hierzu auch unbedingt folgenden Beitrag: Empfänger-Wechselrichter EW.b

Zusammen mit dem Zubehörtornister für den Torn.e.B., welcher die Stromversorgung, Kabel und Kopfhörer beinhaltete, bildete der Torn.E.b das Geräteset FU1. Das FU1 zeichnete sich vor allem durch das (damals) recht geringe Tragegewicht von 23,3 kg aus. Natürlich muss man hierbei bedenken, dass die ersten Geräte noch aus Aluminiumspritzguss gefertigt wurden. Spätere Geräte, ab ca. 1941/ 42 wurden aufgrund von Materialknappheit dann aus Zinkspritzguss gefertigt und waren daher um einiges schwerer.

Zum Vergleich, ein früher und ein später Torn.E.b:

Torn.E.b. 24b/-305Torn.E.b 1941

Ab 1943 wurden dann auch immer mehr Empfänger ohne das Messinstrument zur Kontrolle der Spannung ausgeliefert. Dies ist ebenfalls auf die anfallende Materialknappheit zurückzuführen.

Der Tornisterempfänger Torn.E.445 Bs war der direkte Vorgänger des Torn.e.B. und wurde von 1930 bis zum Ende des Krieges genutzt. Die letzten Modelle des Torn.E.445 Bs wurden ca. 1937 ausgeliefert. Jedoch waren diese Geräte bereits ca. 1935 leicht überholt und vor Allem auch schwer. was zu neuen Entwicklungen veranlasste.

Die ersten Geräte des Torn. e.B. wurden 1936/37 in der Wehrmacht eingeführt. Diese hatten nicht nur die Typenspezifikation "Torn.E.b." sondern "Torn.E.b. 24b/-305" (Spez. 976 Bs). Die Wehrmacht bekam die ersten Mustergeräte im Jahr 1935 ausgeliefert, welche jedoch noch nicht das entgültige Aussehen des Ton.e.B. hatten.

Der Torn.E.b. wurde in sehr großen Stückzahlen für alle Truppengattungen (Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine) gefertigt und erwies sich in allen Kriegsjahren als ein sehr zuverlässiges, robustes und gleichzeitig handliches Gerät.

Genutzt wurde der Torn.E.b. bei allen Funktrupps (Kleiner Funktrupp, Mittlerer Funktrupp und Großer Funktrupp)

Typenschild des Torn.E.b. 24bTorn.E.b Typenschild 1943 

Empfänger Wechselrichter für den Torn.E.b

Um den Tornisterempfänger Berta auch mit Akkumulatoren oder Fahrzeugeinspeisung nutzen zu können, waren sogenannte Empfänger Wechselrichter notwendig. Für den Torn.E.b. kamen hier drei Modelle zum Einsatz: EW.b für 2V Akkumulatoren, EW.c und der EW.c1 für 12 Volt. 

 

Weitere bekannte Modifikationen des Torn.E.b.

  • FAE 1/Vorl. - Umbau zur Früherkennung von Luftangriffen
  • AE 1020 - Peil/ Radio- Hörempfänger

 

Technische Dokumentation / Druckvorschriften

  • D 915/1
  • D 915/5
  • LDv 702/1

 

FU1 Tornisterempfänger
FU1 Tornisterempfänger mit Zubehörkasten

Nachkriegsverwendung

Nach dem Krieg musste alles Kriegsmaterial vernichtet werden. Hierunter fielen natürlich auch die Tornisterempfänger, von denen danach meist nur unbrauchbarer Schrott übrig blieb. Da es jedoch so viele Geräte gab, konnte eine nicht unerhebliche Stückzahl gerettet werden. Diese Empfänger wurden dann noch gerne als Radioempfänger genutzt und vor Allem von Funkamateuren für ihre Zwecke genutzt. Original erhaltene Tornisterempfänger sind (noch) keine Seltenheit, aber ein solches Gerät in absolutem Originalzustand zu besitzen wird wahrscheinlich jedem Technikbegeisterten ein Lächeln auf die Lippen zaubern. 

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