In der Wehrmacht wurden unzählige Arten von Stromquellen wie Batterien, Akkumulatoren oder Umformer verwendet. Um sich näher mit dieser Thematik zu befassen, sind einige Grundlagen notwendig.

Für was wurden die Stromquellen in der Nachrichtentechnik verwendet? Wie funktionieren sie? Diese Seite soll einen groben Überblick über diese Stromquellen vermitteln. Als Grundlage hierzu dient auch hier wieder der "Reibert - Ausgabe für den Nachrichtensoldaten".

 

Die bekanntesten Stromquellen sind die sogenannten "Sammler". Heute würde man einen "Sammler" vereinfacht "Akku" nennen.

Der Sammler wurde zum Liefern von Gleichstrom für die Heizung der Röhren verwendet. Aber nicht nur das, denn zusammen mit einem Umformer konnte der Sammler auch Anodenspannung liefern.

Es gibt zwei grundlegende Arten von Sammlern: Der Bleisammler und der Nickelsammler. Beide sind aufgeteilt in sogenannte Zellen. In jeder Zelle befinden sich mindestens zwei Platten, welche man Elektroden nennt. Diese Platten bestehen aus einem Metall. nun darf man raten, aus welchen Metall. Logisch: Bei dem Bleisammler aus Blei und bei dem Nickelsammler aus Nickel. Es gibt positive und negative Elektroden. Pro Zelle muss sich mindestens je eine positive und eine negative Elektrode (Platte) befinden. In den Zellen befindet sich aber nicht nur die Platten sondern auch eine Flüssigkeit, das sogenannte Elektrolyt. Diese Flüssigkeit stellt die Leitfähigkeit zwischen den positiven und den negativen Platten her.

Bei Bleisammlern wurde stets verdünnte Schwefelsäure genommen. Bei den Nickelsammlern war es verdünnte Kalilauge. Der Grund hierfür ist chemischer Natur. Schwefelsäure eignet sich sehr gut für die Leitfähigkeit bei Blei. Kalilauge eignet sich perfekt für die Leitfähigkeit zwischen Nickelplatten.

Die Sammler mussten natürlich genau wie moderne Akkumulatoren geladen werden. Beim Laden der Sammler verbindet sich die Flüssigkeit mit einer der Platten, formt sie chemisch um und hierdurch entsteht ein Element, welches nun Strom abgeben kann.

Die Lauge wurde stets selbst von den Nachrichtensoldaten gemischt. Es gab keine fertigen Mischungen! Für das Mischen gab es genaue Vorgaben um Unfälle zu vermeiden. So mussten Kalilaugen- und Schwefelsäurenbehälter klar gekennzeichnet werden und getrennt voneinander aufbewahrt werden.

Spezielle Kennzeichnung

Wer einmal einen originalen Sammler der Wehrmacht gesehen hat, wird schnell feststellen, dass diese spezielle Bezeichnungen haben. Anbei zwei Beispiele:

  • 2 B 26
  • 4,8 NC 5

Diese Bezeichnung sieht kompliziert aus, ist aber tatsächlich sehr einfach zu lesen:

2 B 26 = 2 Volt Bleisammler mit 36 Amperestunden

4,8 NC 5 = 4,8 Volt Nickel Cadmium Sammler mit 5 Amperestunden

 

Wie wurden die Sammler geladen?

Es gab vorgeschriebene Ladegeräte, wie z.B. den Lademaschinensatz C mit der Ladetafel C.

 

Besonderheiten bei Bleisammlern

Die Bleisammler wurden unbrauchbar, wenn sie komplett entladen wurden. Daher mussten sie bei einer Restspannung von 1,8 Volt ausgetauscht oder neu geladen werden. Während des Ladens wurde von Zeit zu Zeit die Spannung gemessen. Solange die Höchstspannung noch nicht erreicht war, musste die Säuredichte mit einem Säuremesser gemessen werden. Wann der Sammler fertig geladen war, erkannte man an drei Indizien:

  1. Gasentwicklung
  2. Die Spannung hat den Höchstwert erreicht
  3. Das "Gewicht" der Säure hat den Sollwert erreicht.

Da es also zu Gasentwicklung kam, mussten die Sammler nach dem Laden zum "Nachgasen" offen gelassen werden.

 

Besonderheiten bei Nickelsammlern

Nickelsammler hatten einige Vorteile gegenüber Bleisammlern. Sie hielten eine höhere Strombelastung aus und konnten auch ungeladen längere Zeit stehenbleiben. Außerdem waren sie relativ resistent gegen Erschütterungen. Sie hatten jedoch weniger Leistung als die Bleisammler.

Bei Nickelsammlern konnte während des Ladevorgangs nicht aufgrund des speziellen Gewichts der Kalilauge darauf geschlossen werden, ob der Sammler geladen war. Das spezielle Gewicht betrug immer 1,2 und änderte sich auch während der Ladung nur minimal.

Normalerweise musste sich die Ladungskapazität nach der Entladungskapazität richten. Nickelsammler konnten jedoch auch mit höherer Stromstärke geladen werden. Je geringer die Stromstärke beim Laden war, desto länger war logischerweise die Ladezeit.

Sobald die höchste Spannung erreicht war, konnte die Ladung ca. 20 Minuten später beendet werden.

Auch bei Nickelsammlern entstanden während und bei vollständiger Ladung Gase. Diese Gase waren hochexplosiv, weshalb bei der Behandlung größte Vorsicht geboten war! Nach dem Laden mussten die Nickelsammler daher drei Stunden "nachgasen".

 

Umformer

Der Umformer wurde für einige Funkgeräte zur Erzeugung des Anodenstroms benötigt. Jeder Umformer besteht zum Hauptteil erstmal aus einem Elektromotor. Dieser Elektromotor wiederum treibt einen Gleichstromgenerator an, welcher logischerweise Gleichstrom erzeugt. Ein Umformer wurde dann an eine externe Stromversorgung von in der Regel 12 Volt angeschlossen. (z.B. ein oder mehrere Sammler). Der Elektromotor begann zu drehen, trieb den Generator an, welcher den hochgespannten Gleichstrom (meistens 300 bis 800 Volt) lieferte. 

Aus der Funktionsweise ergibt sich nun sehr einfach das Grundprinzip des Umformers: Aus niedergespanntem Batteriestrom wird hochgespannter Maschinenstrom umgeformt. Daher kommt natürlich auch die Bezeichnung "Umformer".

 

Kleinmaschinensatz und Tretsatz

Hierbei handelt es sich um Gleichstromgeneratoren. Der Kleinmaschinensatz erzeugt durch einen Benzinmotor den Strom. Beim Tretsatz wiederum handelt es sich um ein Konstrukt, welches einem Heimtrainer sehr nahe kommt. Eine Art stehendes Fahrrad. Hier wurde der Strom durch treten in die Pedale erzeugt. Das sah lustig aus, war jedoch sparsam und effektiv.

 

Anodenbatterien

Anodenbatterien lieferten den Anodenstrom. Es handelt sich vereinfacht um hintereinander geschaltete Elemente (Batterien).

 

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