Was ist der sogenannte Tarnsand?

Als Tarnsand wird ein speziell für nicht metallische Minen entwickelter, leicht radioaktiver Sand bezeichnet, welcher bei der deutschen Wehrmacht ab ca. 1943 eingesetzt wurde.
Dieser Sand war laut einiger Quellen schwarz und dürfte aus einem Urangemisch bestanden haben.

Da es zu jener Zeit keine großen Probleme mehr verursachte Minen mit einem Metalldetektor aufzuspüren, suchten alle Kriegsführenden Seiten nach hinterlistigeren Möglichkeiten, die Detektion von Minen zu verhindern.
Infolgedessen wurden verschiedene Holzminen, aber auch z.B. die sogenannte Topfmine konstruiert, die keinerlei Metallteile mehr enthielten und so mit den klassischen Methoden nicht mehr aufzuspüren waren.

Hierbei ergab sich aber logischerweise das Problem, dass man den eigenen Truppen ermöglichen musste solche Minen aufzuspüren.


Aus diesem Grund wurde der sogenannte Tarnsand entwickelt.
Tarnsand war ein leicht radioaktives Sandgemisch, welches laut diverser Quellen in kleinen Säckchen aufbewahrt wurde.
Diese Säckchen wurden genau abgewogen.
Die leichte Radioaktivität ermöglichte eine Ortung versteckter Minen mit einem Geigerzähler jener Zeit.

Dies erklärt auch, weshalb der Stuttgart 43 Detektor der erste Detektor war, welcher mit einem integrierten Geierzähler arbeitete.

 

Wie wurde Tarnsand angewendet?

Über diverse Quellen sind zwei Anwendungsversionen zu entnehmen:

1. Der Tarnsand wurde zusammen mit Farbe gemischt und vor dem Eingraben direkt auf die Minen aufgepinselt.

2. Je ein Säckchen Tarnsand wurde vor dem Eingraben direkt auf die Mine gelegt.


Es existiert noch eine dritte Version, welche aber als problematisch angesehen werden muss.
Diese besagt, dass der Tarnsand nach Vergraben der Mine auf der Oberfläche über der Mine verteilt wurde. Hier eröffnet sich aber die Frage, wie sicher diese Methode gewesen wäre, wenn Wind oder stärkerer Regen den Tarnsand verteilt hätten.
Da der Tarnsand nur leicht radioaktiv war, würde das je nach Verstreuungsgrad bedeuten, dass ein Geigerzähler jener Zeit wirkungslos wäre und die Mine nicht mehr aufgespürt werden könnte.

 

Verschleierung

Der Einsatz dieser Markierungen wurde geheim gehalten und kam tatsächlich erst nach Kriegsende heraus. Dies ist ein deutlicher Grund dafür, wesshalb sich heute so wenig über den Tarnsand findet. Die offiziellen Quellen, die sich näher mit dem Tarnsand beschäftigen sind größtenteils amerikanische Aufklärungsschriften, die kurz nach dem zweiten Wektkrieg herausgegeben wurden.

 

Quellen

Deutsche Nahkampfmittel bis 1945 (Fachbuch) von Wolfgang Fleischer und Hubert Jülich, erschienen im Motorbuch Verlag
Enzyklopädie deutscher Waffen 1939 - 1945 von Terry Gander und Peter Chamberlain
"Catalog of Enemy Ordnance", veröffentlicht vom U.S. Office of Chief of Ordnance, 1945
"TM 5-223, Foreign Mine Warfare Equipment", herausgegeben vom US Gouverment, 1957

 

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